Auftakt zur Karnevalssaison 2009 - 2010 Prinzessin Andrea I. und Prinz Hermann I. übernahmen das Zepter
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Pünktlich um 17:11 rückte das närrische Volk von Heiligenstadt mit Narrhalla-Märschen und Konfetti zum Rathaus vor. Mit mächtigem Kanonendonner setzten die Schützen sich zur Wehr.
Bürgermeister Bernd Beck tat sich schwer, den Schlüssel für sein Rathaus dem Narrenvolk zu übergeben. Doch dann kam unerwartete Hilfe. Die Opposition im Stadtrat, die "Menschen für Heiligenstadt", machten ihrem Namen alle Ehre. Sie waren gerade im obersten Stock des Hauses und stießen dort auf einen interessanten Gegenstand - den begehrten Türöffner. An einem Seil ließen sie ihn unter Beifall hinab zu den Karnevalisten, die mit Garden, ehemaligen Prinzenpaaren, Teufelchen, Rittern und Zauberern den Platz säumten. Schließlich waren sie alle das Volk, das Einlass begehrte und das die Bürgerwehr nicht fürchtete. Auch nicht beim 15. Rathaussturm.
Nicht ganz ohne Seitenhieb übergab Bernd Beck sein Amt: "Das ist der Reichtum, den sie in der närrischen Zeit angeschafft haben ... Wenn sie Probleme haben, gehen sie ab jetzt zu den Karnevalisten - ich habe Urlaub!" und präsentierte die Hinterlassenschaft der letzten närrischen Amtszeit - ein Koffer voller Kümmerlinge...
Ganz gespannt warteten die Heiligenstädter gestern auch darauf, wer sie als Paar durch die närrische Zeit führen würde. Das Geheimnis wurde gelüftet: Prinz Hermann I. und Prinzessin Andrea I. nahmen das Zepter in die Hand. Einen besonderen Vorteil, darauf wies der Bürgermeister verwegen hin, habe der Prinz. Der Chef der Firma XXL Print kann das Notgeld selbst drucken, falls es am Ende eng wird. Doch seine Hoheit scheint auf Sparsamkeit zu setzen, denn er prangerte die fast leere Stadtkasse an. Protzen und prahlen hätte man seiner Ansicht nach besser unterlassen.
Nach närrischen Klängen eröffnete dann Volker Lamprecht, trotz Schweinegrippe, die Kussfreiheit. Als besonderen Schmuck trug er die eigens angefertigten Orden mit den Bildern der Prinzenpaare. Jedes Paar stiftet neun - einen bekommt der Verein, zwei die Hoheiten, die übrigen werden bei Gastauftritten in Nachbarorten vergeben.
Text: auszugsweise TA 12.11.09/S. Aschoff, S. Grimm; Fotos: T. Jähnel (38), E. Jüngel (4), O. Roth (4)