Als "Queen" die Bühne rockte, ging das Licht aus. Die Musik stoppte. "Dann bin ich richtig in Schwitzen gekommen", sagt Axel Scheibel. Als Vorsitzender des Tennstedter Karnevalvereins war Scheibel mit seinen Narren am Wochenende Gastgeber der Nakofe. 25 Karnevalsvereine aus dem Unstrut-Hainich-Kreis, dem Wartburgkreis und dem Eichsfeld waren am Samstagabend zum Bühnenprogramm in die Sporthalle gekommen.
"Garde mal anders" war das Motto von "Unique" aus Mühlhausen. Als gegen 21 Uhr die Sicherung für Musikanlage und Bühnenbeleuchtung kapitulierte, war gerade die Hälfte des Programms geschafft. Nach knapp 45 Minuten war das Problem gelöst. "Wir haben alle Elektriker angerufen, die wir kannten", sagt Scheibel. Beim Einbauen der neuen Sicherung geholfen habe ein Narrenkollege aus Altengottern. Der Stimmung tat die Unterbrechung keinen Abbruch: Zwei Blechbläser spielten auf. Spontan zog eine Polonaise durch den Saal. Und nach kurzer Zeit tanzte zur Blasmusik eine wilde Mischung aus Kindern, Gardemädchen, Showtänzern, Wikingern und Musikern vergangener Jahrzehnte auf der noch immer schummrigen Bühne. Auch der Carneval Club aus Mihla setzte auf Playback und eine tänzerische Popmusik-Reise. Engelchen am Bühnenrand bewerteten die kurzen Auftritte von Heinz Rühmann bis Amy Winehouse mit nach unten gereckten Daumen oder freudigen Tanzeinlagen.
Eher rustikal ging es beim Männerballett des Ballhäuser Dorfclubs zu. Als Wikinger verkleidet stampften und trampelten die Männer zu flotten Rhythmen - und warfen auch das ein oder andere mal die schweren Beine in die Höhe. Bei ihrem Einzug hatten die Ballhäuser - ganz stilecht - ein kleines Wikingerschiff dabei. "Wir wollten mal richtige Männer spielen", sagte später Wikinger Danny Wilke, den Schweiß auf der Stirn und die Begeisterung in den Augen. Die Ballhäuser waren zum ersten Mal bei der Nakofe dabei. "Ich bin aufgeregt", verriet im Saal Patricia Ottmer von der Mädelsmannschaft. Die Ballhäuser Damen verzauberten das Publikum mit einem asiatischen Tanz. "Ich hab uns einfach angemeldet und dann den Mädchen gesagt: los gehts", meinte Trainerin Ulrike Thilo.
Einen klassischen Gardetanz präsentierte Funkenmariechen Laura Köhmstedt vom KCV Körner. "Es ist gar nicht so einfach, sich jedes Jahr etwas Neues einfallen zu lassen", meinte Bernd Montag von der "Phantastischen Auslese" der Mühlhäuser Werkstätten, der als Stewardess die Beine schmiss.
Genau diese Frage setzte der Heiligenstädter Carnevalsverein tänzerisch um: Wie entstehen Idee und Umsetzung einer Bühneneinlage? Anregungen hole man sich immer bei der Nakofe, meinte Bernd Montag. "Aber Abkupfern geht natürlich nicht." Ziel des Treffens vor dem Beginn der Karnevalssaison sei, so Axel Scheibel, die Vereine zu vernetzen. Nach dem 11. 11. sei jeder vor Ort eingebunden - und ein Treffen schwer möglich.
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